Ausschnitt aus Lucian Freuds Kreide- und Buntstiftporträt eines jungen Mannes (1944) wird in der National Portrait Gallery zusammen mit Skizzenbüchern, unvollendeten Gemälden, Kinderzeichnungen und Briefen ausgestellt.© Das Lucian-Freud-Archiv. Alle Rechte vorbehalten. 2025 / Bridgeman Images. Leihgabe aus einer Privatsammlung.

Die Alten Meister melden sich mit Nachdruck zurück: Ein Antonello da Messina geht für 14,9 Millionen Dollar direkt an den italienischen Staat. Rekorde für Gentileschi, Michelangelo und Rembrandt unterstreichen die neue Entschlossenheit der Institutionen.

Ein neues Buch blickt auf 100 ikonische Sotheby’s-Verkäufe und fragt, was Werke jenseits des Preises unsterblich macht. Währenddessen entfacht eine KI-Analyse Streit um zwei Van-Eyck-Gemälde – Technologie trifft Kennerschaft.

Bonhams investiert in einen neuen New Yorker Hauptsitz und setzt auf die Verschmelzung von Kunst, Design und Luxus. Die National Portrait Gallery zeigt Lucian Freud als radikalen Zeichner.

Das Zentrum Paul Klee rückt Hans Fischli ins Licht, die Kunsthalle Vogelmann feiert Hal Busse als überfällige Wiederentdeckung.

Doch es gibt auch leise, unbequeme Töne: eine persönliche Geschichte über den Verlust eines Künstlerarchivs. Und eine Marktanalyse, die zeigt, dass selbst Birkin-Taschen nicht mehr automatisch im Wert steigen.

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Kunstmarkt & Auktionen

Ausschnitt von MICHELANGELO BUONARROTI (CAPRESE 1475 -1564 ROME), Studie für den rechten Fuß der „Libyschen Sibylle“; Rötel (Vorderseite); schwarze Kreide (Rückseite), 5 ¼ x 4 5/8 in. (13.5 x 11.5 cm) Auktionspreis: $27,200,000

Die Alten Meister sind zurück!

Sotheby’s setzt ein Signal. Das teuerste Los der Old Masters Week in New York – Antonello da Messinas doppelseitiges Tafelbild Ecce Homo/Der heilige Hieronymus in Buße – kam nicht unter den Hammer. Stattdessen ging das Werk für 14,9 Millionen Dollar direkt an das italienische Kulturministerium. Ein seltener Coup in einem Markt, in dem Spitzenwerke kaum verfügbar sind.

Im Saal herrschte dennoch Zuversicht. Händler berichten von reger Beteiligung und starken Geboten, Museen zeigten Präsenz. Parallel fielen Rekorde für Artemisia Gentileschi, Michelangelo und eine Rembrandt-Zeichnung. Die Botschaft der Woche: Qualität verkauft sich – Institutionen greifen wieder zu.
➡️ Michelangelo-Zeichnung erzielte neuen Auktionsrekord
➡️ Rembrandt Zeichnung von jungen Löwen erzielt Rekordpreis
➡️ Markteinschätzungen bei Artnews und Observer

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Die 100 legendärsten Objekte, die jemals bei Sotheby’s versteigert wurden

Mit Icons: 100 Extraordinary Objects from Sotheby’s History legt Phaidon eine Bilanz in Objektform vor. Statt Rekordpreisen stehen Qualität, Seltenheit und Provenienz im Zentrum. Das Buch zeichnet nach, wie aus Auktionslosen kulturelle Ikonen wurden.

Seit der Gründung 1744 hat Sotheby’s den Markt für Kunst, Schmuck, Wein und Design mitgestaltet. Die Publikation zeigt: Entscheidend ist nicht nur der Hammerpreis, sondern die Geschichte, die ein Objekt mitbringt – und die Aura, die es entfaltet.
➡️ zum Buch

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Wenn die KI sagt, dein van Eyck ist eine Fälschung

Ein Algorithmus sorgt für Unruhe. Die Firma Art Recognition erklärt zwei Versionen von Der heilige Franz von Assisi empfängt die Stigmata mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Nicht-Van-Eycks. Museen halten sich bedeckt, Experten widersprechen.

Der Genter Kunsthistoriker Maximiliaan Martens zweifelt an der Trainingsgrundlage der KI. Die Debatte berührt Grundsätzliches: Kann maschinelle Mustererkennung Autorschaft klären? Oder überschätzt der Markt die Objektivität des Codes? Der Streit markiert eine neue Frontlinie zwischen Technologie und Kennerschaft.
➡️ mehr dazu bei Artnet

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Bonhams mit neuen Hauptsitz für Kunst, Design und Luxus

Bonhams eröffnet seine neue US-Zentrale an der 57th Street. Der Standort steht für Expansion – und für einen Markt, in dem Kunst, Design und Luxus zunehmend verschmelzen.

Mit einem globalen Umsatz von 970 Millionen Dollar und starken Ergebnissen in Asien baut das Auktionshaus seine US-Präsenz aus. Die erfolgreiche „20th and 21st Century Art Week“ in New York lieferte den Rückenwind. Bonhams positioniert sich offensiv im Wettbewerb der Big Player.
➡️ mehr zur Eröffnung

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Kunst

Hans Fischli, Ohne Titel (Druck aus der Serie Celerina), 1931. Tusche, Bleistift und Farbstift auf Papier, 21 × 27 cm. Nachlass Hans Fischli © Nachlass Hans Fischli.

Zeichnungen und Radierungen von Lucian Freud in London

Die National Portrait Gallery widmet Lucian Freud die bislang umfassendste britische Schau seiner Arbeiten auf Papier. 170 Zeichnungen, Radierungen und Gemälde beleuchten die zeichnerische Grundlage seines Werks.

Das neu erschlossene Archiv und jüngste Erwerbungen eröffnen eine intimere Perspektive auf den Künstler. Freud bleibt präsent – Ausstellungen in London reißen nicht ab. Von Sättigung keine Spur.
➡️ mehr zur Ausstellung bei The Art Newspaper

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Die Welt hat zu viel Kunst!

Galerien schließen, Messen schrumpfen, Sammler zögern. Die Zahl der Anbieter ist explodiert, die Nachfrage hält nicht Schritt. Allein in der Miami-Basel-Woche konkurrieren rund 840 Galerien mit zehntausenden Werken um Aufmerksamkeit.

Messen sind teuer, aber unverzichtbar. Wer fehlt, verliert Sichtbarkeit. Wer teilnimmt, riskiert Verluste. Der Markt steht vor einer Konsolidierung. Die Frage ist nicht ob, sondern wie hart sie ausfällt. Adam Lindemann hat sich zum Thema bei Artnet geäußert.
➡️ zum Artikel

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Zentrum Paul Klee beleuchtet den Bauhaus-Studenten Hans Fischli

Das Zentrum Paul Klee rückt Hans Fischli ins Licht. Die Präsentation innerhalb von „Kosmos Klee“ zeigt frühe Papierarbeiten und Architekturprojekte aus den 1930er- und 1940er-Jahren.

Fischli, Bauhaus-Schüler von Klee, Kandinsky und Albers, arbeitete im Spannungsfeld von Schweizer Moderne und politischer Umbruchszeit. Filigrane Zeichnungen aus Gefängnishaft und Serien wie „Zellengebilde“ eröffnen neue Perspektiven auf sein Frühwerk.
➡️ zur Ausstellung

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Hal Busse: Wiederentdeckung einer Internationalen

Zum 100. Geburtstag würdigt die Kunsthalle Vogelmann Hal Busse mit der Retrospektive „Kosmos Busse“. Ihr Werk, geprägt von leuchtendem Rot und einer Balance zwischen Figuration und Abstraktion, wird neu verortet.

Einfluss der École de Paris trifft auf eigenständige Handschrift. Früh international ausgestellt, lange unterschätzt, nun wiederentdeckt. Parallel verankert eine Präsentation im Museum im Deutschhof ihr Werk lokal.
➡️ entdeckt bei Eiskellerberg

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Wenn Künstler ihre Archive verlieren

Der Verlust eines Künstlerarchivs ist mehr als materieller Schaden. Eine Künstlerin schildert, wie ihr eingelagertes Werk versteigert und später in Einzelteilen verkauft wurde – ohne Kontext, ohne Zustimmung.

Zurück bleibt der Verlust von Autorschaft und Zusammenhang. Der Markt fragmentiert, was als Einheit gedacht war. Eine stille, strukturelle Gewalt, die Fragen nach Verantwortung und Schutz künstlerischer Praxis aufwirft.
➡️ mehr dazu bei Hyperallergic

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Foto: Ausschnitt, Jane Birkins Original Birkin, Sotheby's 2025Design & Architektur

Die Preise für Birkin-Taschen sinken bei Auktionen

Zwei spektakuläre Auktionen mit Taschen aus Jane Birkins Besitz erzielten Millionenbeträge. Doch der Gesamttrend zeigt nach unten. Laut Bernstein sank die durchschnittliche Wiederverkaufsprämie für Birkin- und Kelly-Bags von 2,2 im Jahr 2022 auf 1,4.

Standardmodelle erzielen teils nur noch den ursprünglichen Ladenpreis. Der pandemische Luxusrausch ebbt ab. Der Sekundärmarkt normalisiert sich.
➡️ mehr zum “dramatischen” Luxusproblem gibt es hier nachzulesen

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Wie New York zum Spielplatz von Isamu Noguchi wurde

Das Noguchi Museum in Queens widmet sich der Beziehung des Künstlers zu New York – seiner Heimat über fast sechs Jahrzehnte. Die Ausstellung rückt die Stadt als Werkraum in den Mittelpunkt.

Während New York aktuell Künstler in der Fremde feiert, zeigt diese Schau das Gegenteil: Wie eine Metropole selbst zum Material wird. Noguchi formte die Stadt – und wurde von ihr geprägt.
➡️ bei Wallpaper mehr dazu

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