'Hoge Stoel' ca. 1919 von Gerrit Rietveld + 'ti 1a' Holzlattenstuhl 1922–24 von Marcel Breuer, Foto: Quittenbaum 2025

Der Kunstbetrieb schließt das Jahr mit neuen Gewissheiten – und alten Mythen. Die großen Auktionshäuser melden wieder Wachstum und zeigen, dass der Markt lernfähig ist: weniger Spekulation, mehr Substanz, neue Käufergenerationen. Lesen Sie von der Mona Lisa und ihren vermeintlichen Doppelgängerinnen bis zu Luxusuhren, die sich als erstaunlich stabile Wertanlagen erweisen.

David Lynch wird in Berlin als bildender Künstler neu gelesen, Kara Walker konfrontiert das Publikum mit Bildern ohne Trost, und eine 88-jährige Autodidaktin wird über Nacht zur internationalen Entdeckung. Es sind Geschichten über Spätwerke, Nachlässe, Sichtbarkeit – und darüber, wer heute überhaupt als Künstler wahrgenommen wird.

Auch die Institutionen sortieren sich neu. Chemnitz denkt nach dem Kulturhauptstadtjahr weiter und plant eine eigene Biennale, während das Käthe Kollwitz Museum mit einer frühen, lange verschollenen Zeichnung ein Stück Kunstgeschichte zurückgewinnt. Und schließlich zeigt der Designmarkt, dass Möbel und Objekte längst mehr sind als schöne Nebensache: 2025 etabliert Design endgültig als Hochpreiskategorie - Wir haben die Top-Ergebnisse zusammengetragen.

👉 Lesen Sie weiter. Entdecken Sie, was die Kunstwelt bewegt – und was bleibt.

Kunstmarkt & Auktionen

Kunstmarkt 2025 - Auktionshäuser im Aufwind?

Nach dem Einbruch 2024 meldet der Kunstmarkt zum Jahresende 2025 eine klare Gegenbewegung. Christie’s und Sotheby’s profitieren nicht nur von etablierten Sammlern, sondern zunehmend von jüngeren Käufern, die auf Sammlerstücke setzen. Sotheby’s rechnet mit 7 Milliarden Dollar Umsatz, Christie’s mit 6,2 Milliarden. Entscheidend war die zweite Jahreshälfte: Nach schwachen Frühjahrsauktionen trugen die Herbstverkäufe in London und New York die Erholung. Der Markt wirkt konsolidiert, nicht euphorisch – aber stabil.
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Luxusuhren als Renditetreiber?

Foto von Kent Lâm, Unsplash

Eine Patek Philippe Nautilus für 30.000 Euro, Jahre später 600.000 wert – solche Geschichten befeuern den Boom am Uhrenmarkt. Vintage-Experte Joram Scher erklärt, warum alte Zeitmesser zugleich Kultobjekte und Kapitalanlagen sind. Entscheidend sei Wissen: Zustand, Referenzen, Geschichte. Ohne Expertise wird aus dem Investment schnell ein Risiko.
➡️ zur Einschätzung & Interview

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Die vielen Gesichter der Mona Lisa

Im Louvre hängt das Original. Doch immer wieder tauchen Gemälde auf, die den Mythos neu befeuern: weitere „Mona Lisas“, angeblich von Leonardo da Vinci. Provenienz, Stilanalysen, Expertenstreit – für Sammler wird die Frage der Echtheit zur Obsession. Der Fall zeigt, wie sehr Legendenbildung und Marktinteresse im Kunstbetrieb ineinandergreifen.
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Kunst

David Lynch: Kunst nach dem Film

Film "David Lynch - The Art Life" Foto: © NLP

Die Pace Gallery bringt David Lynch zurück nach Berlin. Ab Januar 2026 zeigt die Galerie bislang unveröffentlichte Arbeiten des Filmemachers. Nach dem erfolgreichen Nachlassverkauf und Lynchs Tod Anfang des Jahres wächst das Interesse an seinem bildnerischen Werk. Die Ausstellung knüpft an Konzepte an, die Lynch selbst noch entwickelt hat – düster, rätselhaft, kompromisslos.
➡️ bei Artnet nachzulesen

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Wenn Mutti zeichnet - späte Entdeckung, viraler Erfolg

Christine Hazell begann mit 88 Jahren zu zeichnen. Heute sind ihre rohen, direkten Porträts ein Internetphänomen – und bald in vier Ausstellungen zu sehen. Entdeckt wurde sie von Matthew Higgs, Kurator und Galerist, bekannt für sein Engagement für Außenseiterpositionen. Hazells Geschichte zeigt, wie soziale Medien Karrieren jenseits des etablierten Kunstsystems möglich machen.
➡️ zu Lesen beim Guardian

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Chemnitz denkt weiter - Biennale geplant

Das Kulturhauptstadtjahr endet, der Anspruch bleibt. Chemnitz plant eine neue „Unseen-Biennale“, alle zwei Jahre, mit einem Budget von 2 Millionen Euro jährlich. Ziel: lokale Netzwerke stärken und internationale Sichtbarkeit sichern. Die Stadt setzt auf Kontinuität statt Eventpolitik.

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Käthe Kollwitz: Frühe Zeichnung entdeckt

Kurz nach der Wiedereröffnung erhält das Käthe Kollwitz Museum Köln ein besonderes Geschenk: die früheste bekannte Zeichnung der Künstlerin. Eine kleine Bleistiftarbeit aus dem Jahr 1883, abgezeichnet aus einem Buch – entstanden, als Kollwitz noch Käthe Schmidt hieß. Jahrzehntelang galt das Blatt als verschollen.

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Kara Walker in Berlin

Sprüth Magers zeigt Kara Walker ohne Trost und ohne Erlösung. Ihre Silhouetten und Cut-out-Collagen sezieren Gewalt, Macht und Rassismus – brutal, überbordend, ohne Happy End. Wer Märchen erwartet, wird enttäuscht. Walker erzählt keine Geschichten der Versöhnung, sondern legt den amerikanischen Albtraum offen.
➡️ Die Kritik dazu bei der FR

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George Nakashimas dreitüriger Raumteiler wurde bei Phillips für 209.550 US-Dollar versteigert. Foto: Phillips 2025

Design & Architektur

Design - die 10 teuersten Designobjekte 2025

Der Designmarkt erlebt 2025 seinen Durchbruch. Während klassische Kunstsegmente schwächeln, erzielen Möbel, Leuchten und Objekte Rekordpreise. Spätestens der Verkauf der „Hippopotame Bar“ von François-Xavier Lalanne markiert den Wendepunkt: Design ist keine Randdisziplin mehr, sondern eine Hochpreiskategorie mit eigenem Gewicht im Auktionsmarkt.
➡️ zum ausführlichen Bericht & Rückblick

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