FOTO: © Julia Engler „Abendmahl“ 2025, Öl auf Leinwand, 120 x 240, Amalgam Ausstellung

Rekordpreise, alte Meister und alte Verstrickungen: Dieser Newsletter führt von einem historischen Rembrandt-Zuschlag in New York tief hinein in die Abgründe des internationalen Kunstbetriebs. Die neu veröffentlichten Epstein-Akten zeigen, wie eng Sammler, Mäzene, Künstler und politische Akteure miteinander verflochten waren – von Leon Black und Ronald Lauder bis zu Jeff Koons, Andres Serrano und Jack Lang.

Parallel rücken Dokumentationen und Ausstellungen die Mechanismen des Marktes und die Macht der Bilder in den Fokus: der milliardenschwere Bouvier-Skandal, Michael Triegels Streit um den Cranach-Altar.

Zudem gibt uns Oscar Murillos Einblick in sein Denken über Malerei.

Das letzte architektonische Vermächtnis: Frank Lloyd Wrights letztes Wohnhaus steht zum Verkauf.

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Kunstmarkt & Auktionen

Rekordpreis für Rembrandt Zeichnung

Ausschnitt, Rembrandt Harmensz. van Rijn, Ruhender junger Löwe , ca. 1638–42. Schwarze Kreide mit weißen Kreidehöhungen und grauer Lavierung auf braunem Büttenpapier, 11,5 × 15 cm. Mit freundlicher Genehmigung von Sotheby’s.

Bei Sotheby’s in New York hat eine Zeichnung von Rembrandt van Rijn einen neuen Auktionsrekord gesetzt. Das Blatt Young Lion Resting (um 1638–1642) erzielte 18 Millionen Dollar – fast das Fünffache des bisherigen Höchstpreises für eine Rembrandt-Zeichnung. Bereits mit einer Schätzung von 15 bis 20 Millionen Dollar als Spitzenlos gehandelt, bestätigt das Ergebnis den anhaltenden Hunger des Marktes nach seltenen Werken der Alten Meister.
➡️ zum Auktionsbericht auf Artinfo24

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Epstein-Akten: Die Abgründe der Kunst- und Kulturszene

Neu veröffentlichte Dokumente werfen ein Schlaglicht auf Jeffrey Epsteins weitreichende Verbindungen in den internationalen Kunstbetrieb. Der verurteilte Sexualstraftäter unterhielt Kontakte zu Sammlern, Institutionen und Künstlern. Museen, Mäzene und Marktakteure sehen sich nun mit der Frage konfrontiert, wie eng ihre Beziehungen zu Epstein tatsächlich waren – und welche Konsequenzen daraus folgen.
➡️ Die Epstein-Akten enthüllen die undurchsichtige Welt der Top-Kunstgeschäfte, Kredite
➡️ Übersicht der Verbindungen von Epstein in die Kunstszene

Leon Black: Kunst, Milliarden, Diskretion

Der Wall-Street-Milliardär Leon Black war Epsteins wichtigste Einnahmequelle. Neue Dokumente geben erstmals Einblick in Blacks weitgehend abgeschottete Kunstsammlung, zu der Werke von Egon Schiele gehören. Teile der Sammlung sind in Unternehmensstrukturen eingebettet. Black zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Kunden des internationalen Kunsthandels.
➡️ Kunstsammler Leon Black war Jeffrey Epsteins Haupteinnahmequelle

Ronald Lauder und die Epstein-Verbindungen

Der Kunstsammler und Mäzen Ronald Lauder wird in den Epstein-Akten über 900 Mal erwähnt. Freigegebene E-Mails legen nahe, dass sich Assistenten beider Seiten 2017 mehrfach um Treffen bemühten. Epstein war zudem über gemeinsame Kunsttransaktionen Lauders mit Leon Black informiert. Öffentlich geäußert hat sich Lauder bislang nicht.
➡️ mehr dazu bei Artnews

Jeff Koons: Kontakt bestätigt

Jeffrey Epstein stand in E-Mail-Kontakt mit dem Künstler Jeff Koons. Dokumente belegen Versuche Epsteins, Koons’ Atelier zu besuchen. Koons bestätigte die Teilnahme an einer von Epstein ausgerichteten Dinnerparty, betonte jedoch, darüber hinaus keine Beziehung zu ihm gehabt zu haben.
➡️ E-Mail Dokument zu Koons und Epstein

Andres Serrano: Politische E-Mails

Auch der Fotograf Andres Serrano korrespondierte mit Epstein. In einer 2016 verfassten E-Mail äußerte sich Serrano politisch kontrovers. Epstein antwortete knapp. Serrano erklärte später, sich an den Austausch nicht mehr erinnert zu haben. Kurz vor Epsteins Tod fertigte Serrano ein Porträt von ihm an.
➡️ mehr dazu bei Artnews

Jack Lang: Freundschaft ohne Fragen

Der frühere französische Kulturminister Jack Lang bestätigte Kontakte zu Epstein, unter anderem zu Immobilien Fragen. Er erklärte, nichts von dessen Verbrechen gewusst zu haben. Auch Langs Tochter Caroline taucht in den Akten auf. Sie gründete 2016 gemeinsam mit Epstein eine Firma, verließ diese jedoch nach Bekanntwerden der Vorwürfe.

Steve Tisch: Reue nach Kontakt

Der US-Sammler und NFL-Teambesitzer Steve Tisch tauschte laut Akten E-Mails mit Epstein aus, unter anderem über Frauen. Tisch erklärte später, den Kontakt zu bereuen und Epsteins Einladungen nie gefolgt zu sein.

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Doku: Der Oligarch und der Kunsthändler

Eine neue Dokumentation beleuchtet die Bouvier-Affäre um Dmitri Rybolowlew und den Kunsthändler Yves Bouvier. Im Fokus stehen weniger die bekannten Vorwürfe als vielmehr die Strukturen: Steueroasen, Verschwiegenheit und eine Infrastruktur, die milliardenschwere Kunstgeschäfte jenseits öffentlicher Kontrolle ermöglichten.
➡️ mehr zur Doku beim Observer

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Kunst

Michael Triegel zwischen Gegenwart und Geschichte

Der Dokumentarfilm Triegel trifft Cranach begleitet den Leipziger Maler Michael Triegel bei der Arbeit am Altar für den Naumburger Dom. Der Film zeigt nicht nur den Entstehungsprozess, sondern auch die Kontroverse um Denkmalschutz und Welterbe, die letztlich zur Entfernung des Altars führte.
➡️ erste Kritik beim MDR und Monopol

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Ausstellung AMALGAM - Arbeiten der Kunstklasse der Alanus Hochschule

Eine vielgestaltige Ausstellung der Klasse Prof. Ulrika Eller-Rüter, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft.
Ausstellung „Amalgam“ zeigt Malerei, Grafik, Papierschnitt, Buchmalerei, Objekt, Installation, Textilkunst und Video. Sie gibt Einblick, was die Studierenden des Bachelor- und Master of Fine Arts bewegt, was sie erforschen und hinterfragen. Und wie sie unsere Gesellschaft kommentieren und sich im internationalen zeitgenössischen Kunstdiskurs verorten.
➡️ mehr zur Ausstellung

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Oscar Murillo: Kunst ohne lineare Erzählung

Bei kurimanzutto in Mexiko-Stadt zeigt Oscar Murillo eine Ausstellung, die 15 Jahre seines Schaffens zusammenführt. Die Werke verweigern klare Narrationen und verstehen Kunst als offenen Denkraum. Die Schau zählt zu den Höhepunkten der Art Week.
➡️ zum Interview

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Das Norman-Lykes-Haus, entworfen von Frank Lloyd Wright. Foto: Casey Pickard, mit freundlicher Genehmigung der Realty One Group

Design & Architektur

Frank Lloyd Wrights letztes Haus steht zum Verkauf

Das letzte von Frank Lloyd Wright entworfene Wohnhaus steht zum Verkauf. Das Norman Lykes House in Phoenix, bekannt als „Circular Sun House“, wird für 8,8 Millionen Dollar angeboten. Mit seinen geschwungenen Formen gilt es als Schlüsselwerk von Wrights organischer Architektur.
➡️ mehr dazu bei Artnet

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