
Fondazione Dries Van Noten, Camilla Glorioso
Der Fotografie-Mark ist geprägt von Ikonen des Surrealismus, das zeigt ein Blick zurück. Wie Versicherer über Totalschäden entscheiden und große Museen ihre Programme für die kommenden Jahre festzurren.
Wir blicken auf die teuerste Fotografie der Welt und auf die Frage, wie fragil Kunst tatsächlich ist, wenn sie beschädigt wird – materiell wie ökonomisch. Die Whitney Biennale 2026 positioniert sich mit einem globalen Teilnehmerfeld, während Greifswald Caspar David Friedrich dauerhaft auf eine nationale Bühne hebt.
In Wien zeigt die Albertina die ungebrochene Kraft des Mediums Papier, in Schleswig gräbt Daniel Richter tief in der eigenen Werkgeschichte.
Historische Leerstellen werden neu beleuchtet: Künstlerbücher aus der DDR und Ostdeutschland treten aus dem Archiv ins Museum.
Im Feuilleton wird über den Zustand der Gegenwart gestritten – allen voran über Berlin, das Diedrich Diederichsen bereits abgeschrieben hat, während andere widersprechen.
Der Blick weitet sich international: KAWS bespielt Abu Dhabi mit monumentaler Pop-Skulptur, Adam Pendleton verschränkt Kunst, Design und Theorie in New York. Und in Venedig kündigt Dries Van Noten eine Stiftung an, die Handwerk, Geschichte und zeitgenössische Kulturproduktion neu zusammendenken will.
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Kunstmarkt & Auktionen
Fotografie: Surrealismus treibt Preise

Foto: Man Ray, Le Violon d'Ingres , 1924, Christie's 2022
In der Welt gibt es einen Rundumblick zum Fotokunst-Markt der letzten Jahre. Man Rays Fotografie Le Violon d’Ingres von 1924 ist das teuerste Foto der Welt. 12,4 Millionen Dollar erzielte das ikonische Bild 2022 bei Christie’s. Kiki de Montparnasse als lebendes Instrument – einst Inbegriff des Surrealismus, heute kontrovers gelesen. Verdrängt wurde Andreas Gurskys digital bearbeiteter Rhein (Rhein II), der 2011 mit 4,3 Millionen Dollar Rekordhalter war.
Das Ranking zeigt, dass sich die Fotografie zwei Jahrhunderte nach ihrer Entstehung zu einer ebenso vielgestaltigen Ausdrucksform entwickelt hat wie die bildende Kunst insgesamt, zugleich aber preislich deutlich hinter den Spitzenwerten des Gemäldemarkts zurückbleibt. Werke erreichen noch immer nicht jene Summen, die für Ikonen wie Klimt oder Picasso gezahlt werden.
Dennoch bleibt die Fotografie ein vergleichsweise überschaubarer Markt mit Entdeckungspotenzial und überraschenden Ausreißern. Ein Beispiel ist der Erwerb eines Fotogramms von László Moholy-Nagy durch Diandra Donecker vom Berliner Auktionshaus Grisebach, das 2017 mit nahezu 500.000 Euro den höchsten jemals in Deutschland erzielten Preis für eine Fotografie erreichte.
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Totalschaden oder restaurierbar?
Wenn Kunst beschädigt wird, entscheidet nicht allein der Riss oder Fleck. Kunstversicherer prüfen Reparaturfähigkeit, Wertminderung und Marktfolgen. Teams aus Regulierern, Restauratoren und Experten ringen um Urteile, die selten eindeutig sind. Eigentümer bringen eigene Gutachter ins Spiel. Subjektivität ist Teil des Systems.
➡️ Einen ausführlichen Überblick dazu gibt es beim Observer
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Kunst
Whitney Biennale 2026: Die Liste steht
56 Künstlerinnen und Künstler hat das Whitney Museum für die Biennale 2026 benannt. Kuratiert von Marcela Guerrero und Drew Sawyer, will die Ausstellung Relationalität untersuchen – von familiären Bindungen bis zu technologischen Netzwerken. Unter den Teilnehmern: Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme, Kamrooz Aram, Joshua Citarella, Sung Tieu.
➡️ Die komplette Liste der Künstler gibt es bei Artnews
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Caspar David Friedrich: Neue nationale Bühne
Greifswald eröffnet eine neue Galerie der Romantik. Nach dem Jubiläumsjahr 2024 erhält Caspar David Friedrich eine Dauerausstellung. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer spricht von einem Ort „nationaler Strahlkraft“. Multimediale Inszenierungen sollen Friedrichs Naturverständnis emotional erfahrbar machen.
➡️ mehr dazu in der Zeit
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Daniel Richter gräbt im eigenen Werk
Der Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft geht an Daniel Richter. Auf Schloss Gottorf zeigt er unter dem Titel TORF Arbeiten aus 25 Jahren. Das Moor als Metapher: Schichten, Konservierung, Erinnerung. Richter blickt zurück – und verdichtet.
➡️ eine Kritik beim NDR
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Künstlerbücher und -zeitschriften im Museum
Künstlerbücher und -zeitschriften aus der DDR und Ostdeutschland stehen im Fokus einer Ausstellung von 1980 bis 1995. Das BLMK präsentiert einen einzigartigen Bestand unabhängiger Publikationen. Ein bislang museal kaum behandeltes Kapitel ostdeutscher Kunstgeschichte.
➡️ zur Ausstellung
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Papier als Weltformat
Die Albertina zeigt die Macht des fragilen Mediums. Von Rembrandt bis Kiefer spannt die Ausstellung einen Bogen vom 15. Jahrhundert bis heute. Zeichnungen, Druckgrafik, Spielkarten und raumgreifende Papierarbeiten belegen: Papier ist Experimentierfeld, Speicher und Bühne zugleich.
➡️ zur Ausstellung
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Ist Berlin vorbei?
Diedrich Diederichsen erklärt in Artforum den „Krieg gegen die Boheme“ – und Berlin für erledigt. Eine Replik widerspricht. Die Stadt sei nicht am Ende, sondern im Dauerzustand der Veränderung. Berlin stirbt nicht. Es mutiert.
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KAWS hebt den Mond in Abu Dhabi
32 Meter misst der Companion von KAWS an der Uferpromenade von Mina Zayed. Teil von KAWS:HOLIDAY Abu Dhabi und Herzstück von Manar Abu Dhabi 2025. Die Lichtkunstausstellung vereint 22 Arbeiten und setzt auf globale Sichtbarkeit im öffentlichen Raum.
➡️ Nachzulesen bei Designboom
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Friedman Benda und Adam Pendleton | Foto © Izzy Leung
Design & Architektur
Dries Van Noten gründet Stiftung in Venedig
Im April 2026 eröffnet die Fondazione Dries Van Noten im Palazzo Pisani Moretta. Handwerk steht im Zentrum – als kulturelle Praxis zwischen Geschichte und Gegenwart. Der gotisch-rokokohafte Palazzo mit Werken von Tiepolo und Zeitgenossen wird aktiv ins Programm eingebunden. Venedig als lebendige Stadt, nicht als Kulisse.
➡️ Warum er das tut, lesen Sie im Wallpaper Magazin
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Adam Pendleton bei Friedman Benda
Mit Who Owns Geometry Anyway? verwandelt Pendleton Möbel in Skulptur. Polierter Stein, klare Volumen, strenge Geometrie. Der Ausstellungsraum wird zum Denkraum über Form, Besitz und Material.
➡️ Und so sehen sie aus
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