Ein Renaissance-Meisterwerk von Antonello da Messina kommt mit Millionenschätzung unter den Hammer. Gleichzeitig gerät der Kunstmarkt von innen unter Druck – explodierende Versandkosten werden zum stillen Bremsklotz für Handel und Sammler.
In Österreich markieren das drohende Aus der Viennacontemporary und die Absage der ART&ANTIQUE Salzburg eine Zäsur für die Messelandschaft.
International setzt Venedig zur Biennale 2026 auf Gegenwartsmalerei mit historischer Tiefenschärfe: Amoako Boafo erhält seine erste italienische Einzelausstellung. Wolfgang Tillmans beweist in Los Angeles, warum seine Bildsprache trotz maximaler Präsenz in Bewegung bleibt. Ein Blick zurück zeigt, wie Europas Ägyptenbegeisterung im 19. Jahrhundert in eine makabre Mumienmanie kippte.
In Berlin rückt eine große Dieter-Rams-Retrospektive das Erbe funktionaler Moderne ins Zentrum, während in Washington Norman Foster mit einer eigens entworfenen Zeitkapsel Architektur, Geschichte und Symbolpolitik zum 250. Geburtstag der USA verbindet.
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Kunstmarkt & Auktionen
Alte Meister - Antonello da Messinas doppelseitiges Meisterwerk wird versteigert

Ausschnitt, Antonello da Messina’s Ecce Homo; Saint Jerome in Penitence (c. 1460-1465) Schätzpreis $15 Millionen. Foto: Sotheby's
Ein seltener Moment für den Alten-Meister-Markt: Sotheby’s bringt ein doppelseitiges Gemälde von Antonello da Messina zur Auktion. Die um 1460–1465 entstandene Tafel gilt als wohl einziges Werk des Künstlers in Privatbesitz. Schätzwert: bis zu 15 Millionen Dollar. Die Provenienz ist lückenlos, die Forschungslage eindeutig, die Ausstellungsgeschichte prominent. Vorder- und Rückseite zeigen Antonello auf dem Höhepunkt seines Könnens: ein zutiefst menschliches Ecce Homo, von psychologischer Intensität und lichtdurchflutetem Naturalismus. Ein Werk mit musealem Rang – und entsprechendem Preis.
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Versandkosten machen den Kunsthandel immer teurer & schwieriger
Versandkosten entwickeln sich zum strukturellen Problem des globalen Kunsthandels. Sammler, Galeristen und Logistiker schlagen Alarm. Inflation, steigende Löhne, Versicherungen und komplexe Regularien treiben die Preise – dauerhaft. Branchenkenner sprechen von einem „notwendigen Übel“, Sammler von einem der größten Hemmnisse für Kaufentscheidungen. Was früher hingenommen wurde, wird im schwachen Markt zum Dealbreaker. Der Transport entscheidet zunehmend darüber, ob Kunst überhaupt den Besitzer wechselt.
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Aus für Viennacontemporary und Pause für ART&ANTIQUE
Wiens wichtigste Kunstmesse steht vor dem Ende – zumindest in ihrer bisherigen Form. Personalabgänge, Schweigen der Veranstalter und Gerüchte aus Messekreisen deuten klar darauf hin: Die Viennacontemporary wird nicht wie gewohnt zurückkehren. Auch in Salzburg herrscht Stillstand. Die traditionsreiche ART&ANTIQUE kann 2026 nicht stattfinden. Gescheiterte Standortfragen, Bauabsagen und wirtschaftliche Risiken haben das Projekt gestoppt. Österreichs Messelandschaft verliert weiter an Boden.
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Kunst
Amoako Boafo erobert Venedig mit erster Einzelausstellung
Zur Biennale 2026 setzt Gagosian in Venedig auf zeitgenössische Malerei mit globaler Strahlkraft. Amoako Boafo zeigt im Palazzo Grimani seine erste Einzelausstellung in Italien. Neue Werke, eigens für die Renaissance-Architektur des Palastes geschaffen, treten in Dialog mit der venezianischen Porträttradition. Organisiert mit der Gagosian Gallery, positioniert sich die Schau als einer der markanten Solobeiträge parallel zur Biennale.
➡️ mehr dazu bei The Art Newspaper
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Wolfgang Tillmans und die Schönheit im Banalen

Wolfgang Tillmans, Time Flows All Over 5 , 2025. Bild mit freundlicher Genehmigung von Regen Projects.
Nach Pompidou und MoMA hätte Stillstand drohen können. Stattdessen zeigt Wolfgang Tillmans neue Arbeiten bei Regen Projects in Los Angeles. Der Titel: Keep Movin’. Tillmans prägt seit Jahrzehnten die Bildsprache der Gegenwart – mit radikaler Einfachheit, präziser Schönheit und scheinbarer Beiläufigkeit. Auch im digitalen Zeitalter verweigert er sich der Wiederholung. Seine Arbeit bleibt Versuchsanordnung: Was kann ein zeitgenössisches Bild heute sein?
➡️ zu Lesen bei Cultured
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Europas makabre Ägypten-Begeisterung im 19. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert wurde Ägyptomanie zur Obsession – mit grausamen Auswüchsen. Mumien wurden trotz Handelsverboten massenhaft nach Europa gebracht, ausgewickelt und vor Publikum präsentiert. Wissenschaft, Sensationslust und gesellschaftlicher Voyeurismus gingen Hand in Hand. Besonders im viktorianischen England avancierten Mumienenthüllungen zum Event. Bildung wurde zur Rechtfertigung, der Respekt vor den Toten blieb auf der Strecke.
➡️ Nachzulesen bei Monocle
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Letzte Chance - Ausstellungen die im Januar enden
„Anders Zorn. Schwedens Superstar“ in der Kunsthalle, Hamburg, bis 25. Januar
„Helga Paris. Für uns“, Fotografiska, Berlin, bis 25. Januar
„Christian Marclay. The Clock“ in der Neuen Nationalgalerie Berlin, bis 25. Januar
„Willem de Rooij. Valkenburg“ im Centraal Museum Utrecht, bis 25. Januar
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Design & Architektur
Dieter Rams Retrospektive in Berlin
Berlin zeigt Designgeschichte auf höchstem Niveau. Im Deutschen Design Museum widmet Rafael Horzon Dieter Rams eine große Retrospektive. Grundlage ist die weltweit bedeutendste private Rams-Sammlung. Der Ort: ein ehemaliges Spielcasino nahe dem Zoo, transformiert zu einem präzisen Ausstellungsraum. Die Schau würdigt Rams als prägendsten Gestalter der Moderne – und als Maßstab für zeitloses Design.
➡️ kurzer Überblick beim AD Magazin
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Norman Foster und Amerikas Zeitkapsel
Zum 250. Geburtstag der USA entwirft Norman Foster eine Zeitkapsel für Washington D.C. Kein Gag, sondern ein symbolisches Objekt aus Titan. Dreizehn Facetten, dreizehn Sterne, historische Bezüge bis zur Unabhängigkeitserklärung. Die Kapsel steht für Erinnerung, Staatsidee – und für die architektonische Geste als politisches Zeichen. Ein britischer Architekt gestaltet ein amerikanisches Vermächtnis. Das ist Geschichte in Metall gegossen.
➡️ mehr dazu bei Artnet
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